Wohnmobil-Küchenblock selber bauen 6


Wohnmobil-Küchenblock selber bauen

 

Den Wohnmobil-Küchenblock selber bauen dürfte so ziemlich das umfangreichste Einzel-Möbelprojekt beim Wohnmobilausbau sein. Hier möchte ich dir meine Bauanleitung für den Küchenblock vorstellen.

Du solltest eine Vorstellungen haben, wie dein Wohnmobil-Küchenblock später aussehen soll und was er an funktionellen Gimmicks enthalten soll.

Welche Materialien du beim Wohnmobil-Küchenblock selber bauen einsetzen kannst, habe ich in diesem Artikel umfassend beschrieben. Hinzu kommt noch Akazienholz für die Tisch- und Arbeitsplatten.

Wohnmobil-Küchenblock selber bauenDer Korpus des Küchenblocks wird aus Paulownia-Leimholz gebaut. Für die eigentliche Arbeitsfläche habe ich mich für Akazienholz entschieden.

Akazienholz ist im Gegensatz zu Paulownia recht dunkel und hat ebenfalls eine schöne Maserung. Das ergibt beim Wohnmobilausbau einen guten Kontrast und sorgt für Abwechslung.

So erscheint der Ausbau nicht durchgehend in einer Farbe, was mir persönlich sonst etwas zu langweilig wirkt. Akazienholz ist ein recht hartes Holz und somit auch für die Arbeitsflächen geeignet.


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Welche Ansprüche habe ich beim Wohnmobil-Küchenblock selber bauen 

Neben der Tatsache, dass es natürlich möglichst hübsch aussehen soll, möchte ich beim Wohnmobilausbau einen funktionellen Arbeitsplatz schaffen. Dazu gehören gute Zugangsmöglichkeiten,  mehrere Schubladen und eine klappbare Erweiterungsfläche für die Arbeitsfläche, sowie einen kleinen zusätzlichen Tisch.

Dieser zusätzliche Tisch soll nach aussen aus dem Fahrzeug ausklappbar sein und einen verstellbares Tischbein haben.

So lässt sich die Höhe des Tischbeines den Bodengegebenheiten anpassen. Eher selten steht das Womo auf absolut ebenem Gelände.

Der Tisch bietet eine schnelle Möglichkeit unterwegs mal eine Pause zu machen, bei der du dich zum Kaffee ausserhalb des Wohnmobils hinsetzen kannst, ohne gleich das ganze Campingmaterial auspacken zu müssen.

Tisch ausklappen, Campingstuhl hin – fertig. Einpacken und weiterfahren geht dann genauso flott.




Wohnmobil-Küchenblock selber bauen: Kochen und spülen

Koch-Spuel-Kombination-Wohnmobil

2-flammige Kochstelle mit Spülmulde reicht uns vollkommnen aus

Ich habe mich während meines Wohnmobilausbaus etwas länger mit dem Gedanken beschäftigt, ob ich das Kochfeld und die Spüle in Einzelteilen einbauen soll, oder ob ich lieber eine Kombi aus Spüle und Kochfeld nehme.

Letztendlich habe ich mich entschlossen, eine Kombi zu nehmen.

Eine Koch-Spül-Kombination ist im Wohnmobil etwas einfacher zu verbauen und auch einfacher zu reinigen, da alle Verschmutzungen sich innerhalb der Kombi befinden und nicht über zwei unterschiedliche Stellen verteilt werden.

Der eigentliche Entscheidungsgrund war aber, dass die gewählte Kombi eine Glasplatte beinhaltet, welche die Baugruppe abdeckt.

Ist die Glasplatte geschlossen, verschwinden die Gasbrenner der Kochstelle und die Spüle unter der dunklen Glasplatte. Da ist einfach schöner anzusehen.

Des Weiteren kann meine Frau die Glasfläche noch als Arbeitsplatte benutzen, um beispielsweise mit dem Omnia-Camping Backofen* ein leckeres Essen zu zubereiten 😉

Der Bau des Wohnmobil-Küchenblocks

Zuerst wird der Wohnmobilausbau vermessen und festgestellt, wie groß der Küchenblock eigentlich werden darf. Bei mir ergab sich ein Maximum von 99cm Länge.

Das hat mit der Breite des Schrankes zu tun, welcher noch neben den Küchenblock soll. Dieser wird den Kühlschrank enthalten und dafür braucht es ein Mindestmaß von (bei mir) 50 cm lichte Weite. An den Schrank grenzt dann das Bett. (Grundriss)

Kueche-ArbeitsplatteEin weiteres Maß, welches man beim Wohnmobilausbau ebenfalls einhalten sollte, ist die Durchgangsbreite welche noch bleibt, um am Küchenblock vorbei das Womo zu verlassen.

Hier sind nach meinen Recherchen mindestens 50 cm einzuhalten.  Demnach hätte ich meinen Küchenblock noch etwas größer machen können. Mir persönlich waren die 50 cm im Wohnmobil aber zu wenig.

Fluchtwege … und Platz für gestandene Männer

Für Kinder ok, aber für ausgewachsene Männer doch etwas zu knapp. Ich will mich ja schließlich nicht da durch quetschen müssen, sondern bequem den Bus betreten und verlassen können. Ich habe jetzt eine Durchgangsbreite von knapp 60 cm realisiert.

Seitlich an den Korpus der Küche, habe ich eine weitere Platte angebracht, die mit einem Tischwinkel ausgeklappt und arretiert werden kann. Diese Platte dient als zusätzliche Arbeitsplatte im Wohnmobil.

 

Omnia Spar-Set Backofen Premium Edition plus Aufbackgitter, Minofen, Camping
  • Sparset Omnia Backofen und Aufbackgitter
  • Bestehend aus vier Teilen: 1 Deckel mit Knauf, 1 Backform, 1 schwarzer Untersatz und 1 Aufbackgitter
  • Funktioniert auch auf Herdplatten und Glaskeramik (Ceran) Kochfeldern

 

Einfach, praktisch und bequem

Unterhalb der kleinen Arbeitsplatte befindet sich eine Schranktür, welche in den unteren Bereich des Küchenblocks führt.

Die Idee beim Busausbau:

Eine passende Kunststoffkiste* kann von aussen, ohne den Kastenwagen zu betreten und ohne sich zu bücken, in den Küchenblock geschoben werden.

Kueche-Einschub-Wohnmobil

Hier schön zu sehen, der Einschub… die Tür fehlt allerdings noch

Wir werden diese Kiste nehmen, um unsere Einkäufe aus dem Einkaufswagen zu verstauen. Anschließend kann die Kiste mit den Einkäufen einfach durch die Klappe in den Küchenblock geschoben werden und ist dann direkt verschwunden.

Sie steht so nirgendwo in den Füßen rum und wir können weiterfahren. Die Einkäufe entsprechend ins Wohnmobil einräumen können wir dann, wenn Lust und Zeit vorhanden ist.

Auch schmutzige Wanderschuhe können nach einer Wanderung einfach und unkompliziert in diese Kiste verstaut werden und das alles ohne das Wohnmobil zu betreten oder zu verschmutzen.

Klapptisch zum Kaffee

Oft hält man nur mal für eine halbe Stunde an und gönnt sich an einem schönen Platz eine Tasse Kaffee. Gerne setzt man sich dabei auf die Campingstühle neben das Wohnmobil und genießt die Aussicht.

Um hier nicht immer den Campingtisch aufstellen zu müssen, habe ich beim Wohnmobilausbau geplant, eine Tischplatte so an den Küchenblock zu montieren, dass man diese einfach heraus klappen kann.

In ausgeklapptem Zustand..

Die Tischplatte stützt sich im ausgeklappten Zustand auf ein klapp- und verstellbares Tischbein. So kann man die Höhe des Tischbeines dem Boden anpassen und hat immer eine waagerechte Tischfläche für seine Pause.

Nach der Pause wird der Tisch einfach wieder hochgeklappt. Er wird dann von zwei Magneten in der Rückseite des Küchenblocks in seiner Position gehalten.

Wohnmobil-Küchenblock selber bauen: Schubladen und Türen bauen

Weiter geht es mit der Bauanleitung für die Schublade und die Türen

Wohnmobil-Kueche-Schublade

Schublade mit Front aus Kassettentechnik

Für die Schublade habe ich mir Schubladenschienen beim örtlichen Baumarkt geholt, welche etwas stärker ausgelegt sind. Ich möchte gerne, dass die Schublade möglichst belastbar ist. Soll ja später weitestgehend alles an Besteck rein – inklusive Schöpflöffeln, Pfannenschabern usw.

Ich habe mich entschlossen alle Türen und auch Schubladen als Kassettentüren auszuführen.

Das sieht gut aus und spart wieder jede Menge Gewicht, da die Füllung aus nur 4 mm dünnen Fichtenholz-Platten ausgeführt wird.

Für den umlaufenden Rahmen habe ich gehobelte Leisten verwendet, die auf einer Seite eine Rundung aufweisen.

Diese habe ich so verarbeitet, dass die Rundung umlaufend nach aussen verläuft. 

 

.

Kassettentueren

Kassettentüren sparen Gewicht

Nachdem ich die Leisten abgemessen und auf 45 Grad Gehrung zugeschnitten habe, werden diese mit der vorher bereits zugeschnittenen Fichtenholz-Platte verleimt und von hinten noch einmal mit kurzen Schrauben verschraubt.

Das gleiche Prinzip habe ich auch bei der Vorderseite der Schublade angewendet.

Die Türen werden nun mit Topfscharnieren (Topf 26mm) am Korpus befestigt. Die benötigten Löcher für die Töpfe habe ich mit einem Forstnerbohrer* gebohrt.

Coole Teile – Push-Lock-Schlüsser

Abschließend werden die Push-Lock-Schlösser * angebracht. Dazu habe ich mir die Position des Schliessmechanismus so angezeichnet, dass der Verschlussriegel des Schlosses in eine Aussparung im Korpus greift und die Tür verschließt. 

Push-Lock-Schloss

Push-Lock-Schloss

Die kleine Aussparung im Korpus habe ich mit mehreren eng nebeneinander liegenden Bohrungen umgesetzt, welche  ich anschließend mit einem scharfen Messer noch zu einem sauberen Rechteck geschnitten habe. In dieses Loch schiebt sich der Verschlussriegel des Push-Lock-Schlosses und hält die Tür somit zuverlässig geschlossen.

Das Loch für das Push-Lock-Schloss wurde wieder mit dem Forstner -Bohrer gebohrt.

Push-Lock-Schlösser haben den Vorteil, dass durch einen Mechanismus das Schloss verriegelt wird, wenn man den Knopf eindrückt. Möchte man die Tür öffnen, drückt (push) man einfach erneut auf den Knopf, dieser springt heraus und man kann die Tür aufzuziehen.

Nach Fertigstellung der Türen wird der ganze Küchenblock noch verschliffen und die Koch-Spül-Kombi eingebaut.

Baustelle..

Versiegelt wird mit Hartwachs-Öl, dazu gibt es hier noch eine kleine Anleitung.

Koch-Spül-Kombination einbauen

Das Koch-Spül-Modul wird fertig vormontiert geliefert. Lediglich die umlaufende Gummidichtung muss noch installiert werden. Beiliegend findet man die Vorlage mit der man den benötigten Ausschnitt in der Arbeitsplatte anzeichnen kann.
Beim Anzeichnen und Sägen muss man relativ genau arbeiten, damit später alles genau passt. Ein passender Ablauf mit zughörigem Stopfen liegt der Spüle bei und kann recht einfach und problemlos montiert werden.

Spül-Koch-Kombination

Sieht aus wie neu. Prima geklappt.

 

Nachdem die Arbeitsplatte entsprechend vorbereitet ist, kann die Koch-Spül-Kombi in das Loch eingelassen werden.

Alles passt wie geplant.

 

 

 

 

Kuechenblock mit Koch-Spül-Kombi

.. so sieht die Küche im Moment aus.





Über Andreas

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6 Gedanken zu “Wohnmobil-Küchenblock selber bauen

  • Torsten

    Klasse Beschreibungen, als angehender Selbstausbauer habe ich Deine Seite gleich mit Lesezeichen versehen.

    Weiter so, freue mich auf die nächsten Beiträge.

    Gruß aus Magdeburg
    Torsten

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Torsten,
      vielen Dank für dein Lob.
      Es freut mich, wenn ich dir mit meiner Webseite helfen kann.

      Wenn Du immer auf dem Laufenden sein möchtest, abonniere am besten meine Facebookseite oder trage dich in den Newsletter ein.

      Viele Grüße
      Andreas

  • Tobias

    Hallo, klasse Blog da les ich gerne mal mit. Spiele mich mit dem gedanken auch einen ausbau zu starten. Habe eine frage zur befestigung der Möbel im kastenwagen. Wie machst du das? Schraubst du diese nur am biden fedt, oder auch an der wand? Und was verwendest du. Verwendest du nietmuttern dafür?

    Viele Grüße Tobias

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Tobias,

      ich orientiere mich da an einer Empfehlung eines professionellen Ausbauers. Die Möbel werden mit Winkeln befestigt. Diese werden DURCH den Fahrzeugboden verschraubt und unter dem Fahrzeug mit Unterlagscheiben und selbstsichernden Muttern versehen. Von unten das Bohrloch(Mutter, Unterlegscheibe) mit Dichtmittel versehen, damit da nichts rostet. Für eine Befestigung an den seitlichen Holmen verwende ich Nietmuttern. Dafür am besten Stahl-Nietmuttern nehmen, damit es nicht zu Reaktionen zwischen den Metallen und somit zur Korrosion kommt.

      Ich hoffe ich konnte dir helfen!
      VG Andreas

    • Andreas Beitragsautor

      Freut mich, Reinhard.
      Sieh dich hier noch etwas um, du findest bestimmt noch ein paar Anregungen.

      Viel Grüße
      Andreas