Sitzbank mit Elektrik-Box – 230 Volt unterm Hintern 7


Elektrokomponenten in der Sitzbank

 

Wohin eigentlich mit den verschiedenen Elektrokomponenten. Diese wollen fachgerecht und sicher verbaut werden.

Nicht nur der FI-Schutzschalter und die Sicherungen, auch die Batterien für den Wohnmobilaufbau müssen versteckt werden.

Wohin mit der Elektrik?

 

Eine einfache Sitzbank im Wohnmobil sollte es werden und die Elektrik soll darin verschwinden.

Der Thron für die Dame des Hauses oder der Sessel des Herrschers?

Sitzbank im WohnmobilDie Sitzbank im Wohnmobil ist geplant als einfache Sitzgelegenheit, ohne die Möglichkeit sich anzuschnallen – es soll ein gemütlicher, gut gepolsterter, etwas breiterer Einsitzer werden. Der Kastenwagen ist nur für insgesamt 2 Personen zugelassen und mit der Sitzbank ergeben sich dann 3 Sitze. Der drehbare Fahrer- und Beifahrersitz und ein Sitzplatz hinten am Tisch auf der Sitzbank. Die Sitzbank darf während der Fahrt natürlich nicht benutzt werden.

Entgegen meinen ursprünglichen Plänen, möchte ich die Elektrik und die Wohnraumbatterie nicht mehr im Heck des Fahrzeuges unterbringen. Ich halte den Platz in der Sitzbank für sinnvoller, da er meiner Ausbauplanung mehr entgegen kommt.

Sitzbank im Wohnmobil

Das erste Seitenteil..

 Die Sitzbank im Wohnmobil

Die Sitzbank ist ein recht einfaches und leicht umzusetzendes Möbelstück. Es gibt lediglich zwei Seitenteile, welche durch ein Fußteil, die Sitzfläche und die Rückenlehne miteinander verbunden sind. Die Sitzfläche wird mittels Scharnieren klappbar, damit ich später gut an die Elektrik rankomme.

 

 

 

 

Sitzbank-Kastenwagen4

Schon fast fertig. Fußteil fehlt noch.

Für die Seitenteile habe ich Fichte/Kiefer-Leimholzplatten benutzt. Für die Sitzfläche war mir das aber nicht fest bzw. stabil genug. Hier habe ich dann zu Buche gegriffen.

Das passt zwar von der Maserung nicht so wirklich zu dem Rest des Ausbaues, da später aber die Sitzkissen und das Kissen für die Rückenlehne diese Flächen verdecken werden, ist das erst mal egal.

Trick 17

Mit der Rückenlehne der Sitzbank hab ich noch was besonderes vor. Mir ist mein „Bad“ etwas zu klein und die Rückenlehne der Sitzbank grenzt genau an die Wand des Bades.

Genau an dieser Stelle soll später auch mein Waschbecken hin … und jetzt kam mir die Idee, wenn ich die Wand an dieser Stelle ausspare, kann ich das Waschbecken in Richtung der Rückenlehne verschieben – die ist ja innen hohl. So gewinne ich auf diese Weise etwa 10 cm mehr Platz in der Tiefe für das Waschbecken. Ein teils in der Wand versenkter Waschplatz quasi. Sieht bestimmt später gut aus, hat nicht jeder und Platz spart es auch. Wer jetzt nicht verstanden hat, wie ich das meine, hier die Skizze aus meinem schlauen Büchlein.

Skizze-Bad-Kastenwagen

Jaja, ist nicht maßstäblich und die Fluchtlinien bzw. Winkel stimmen nicht – ich weiß. Ist aber aus meinem Skizzenbuch und da spielt das keine Rolle. 😉

Die Sitzbank werde ich, wie alle anderen Holzmöbel auch, mit Hartwachs-Öl behandeln. Zum Material und dem Hartwachs-Öl habe ich dir schon jeweils einen Artikel geschrieben:

 

Einbau der Elektrokomponenten

 

Die 230 Volt – Versorgung

 

Nachdem die Sitzbank fertiggestellt ist, geht es an die Installation der einzelnen Elektrokomponenten.

Begonnen habe ich mit der Installation der 230V Versorgung.

230V-WohnmobilVon der Aussensteckdose führt eine flexible Leitung (H07RNF-2,5mm2) als Zuleitung zu dem Verteilerblock. Über die Verbindung von der Potentialausgleich – Klemme (Erde) zu der Karosserie hatte ich bereits geschrieben. Ich habe dazu ein Masseband(*) benutzt.

Im „Elektroblock“ verwende ich einen kleinen Sicherungskasten mit dem FI-Schutzschalter und drei Sicherungen für die Absicherung der einzelnen Stromkreise. Die Sicherungen sind bei mir ausgelegt, für einen Strom von 10Amp.

Elektrik_230V_Wohnmobil

Wichtig: Alle flexiblen Leitungen müssen mit Adernendhülsen versehen werden!

Wenn man die Selektivität der Abschaltung betrachtet, werden die Sicherungen vermutlich nie als Sicherungen ihrer Arbeit nachkommen.

Der FI-Schalter schaltet deutlich schneller ab und die Sicherungen dienen mir primär als Schalter für die einzelnen Stromkreise. Wobei ich damit nicht sagen will, dass sie keine Schutzfunktion haben. Die sind durchaus berechtigt!

Unmittelbar nach dem Sicherungskasten habe ich drei kleine Abzweigdosen installiert, um die abgehenden Leitungen auf die Stromkreise zu verteilen.

Wenn du dich jetzt fragst, wieso?
Ganze einfach, in dem Sicherungskasten war dafür nicht ausreichend Platz 😉

Von hier gehen die Leitungen zu den einzelnen Verbrauchern (vorrangig ein paar Steckdosen).

Elektrik_230V-KastenwagenDie geschilderte 230V – Versorgung funktioniert nur dann, wenn ich am Strom hänge!

Eine Umwandlung von 12 Volt auf 230 Volt über einen Spannungswandler habe ich nicht vorgesehen. Ich kann dafür bei mir noch keinen Bedarf erkennen und die Verluste eines Spannungswandlers sind sehr hoch.

Wenn nicht unbedingt erforderlich, brauchst du keinen.

 

Die 12 Volt Stromversorgung

 

Jetzt wird’s etwas umfangreicher, aber keine Angst. Kannst du auch!

So ist mein Plan:

12V_stromkreis

… ein Blick in mein Skizzenbuch 😉

 

Sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, ist es aber eigentlich nicht.

Ich liste dir hier mal auf, welche Komponenten ich verbaut habe und erkläre dir anschließend die Funktion und die Verschaltung:

Ich habe meine Komponenten alle über Amazon gekauft und habe dir hier die Seiten zur Beschreibung der einzelnen direkt Teile verlinkt:

Bei der Auswahl der Komponenten musst du darauf achten, welche Ströme in deiner Anlage fliessen werden. Entsprechend musst du die Belastbarkeit in Ampere auswählen.

 

Meine Bauteile für die 12 Volt-Versorgung

  1. Batterien
    Zu den Batterien und warum ich gerne eine Gel-Batterie verwende, habe ich mich in diesem Artikel ausführlich ausgelassen. Beginnen werde ich mit zwei Batterien a 80 Ah. Ob das für meine Zwecke ausreicht, will ich in der Praxis testen. Das hängt davon ab, ob meine Solaranlage ausreichend auflädt. Ich habe ausreichend Platz eingeplant, um eine dritte Batterie parallel zu schalten und somit auf insgesamt 240 Ah zu kommen. Das sollte auf jeden Fall ausreichen.
  2. Sicherung
    Direkt hinter der Batterie bzw. so nah als möglich solltest du deine Batterien gegen zu hohe Ströme absichern.  Der Auslösestrom sollte deiner Anlage entsprechend berechnet sein. Bei mir ist das nicht ganz so viel. Daher habe ich mit 40A abgesichert.
  3. Votronic Power Protector
    Deine wertvollen Batterien solltest du gegen Tiefentladung sichern. Genau dies tut der Power Protector von Votronic. Er schaltet alle Verbraucher bei erreichen der tiefsten Entladespannung ab und schützt so die Batterie. Für den Notfall, kann man diese wieder freigeben über einen kleinen Schalter am Protector – allerdings mit dem Risiko die Batterie dann zu schädigen.
  4. Votronic Plus Distributor
    Gefällt mir. Dieser wird über die Plus-Leitung versorgt und stellt das „Plus“ über 6 unterschiedliche Sicherung an eigenen Ausgängen zur Abnahme zur Verfügung. Sorgt für Ordnung ist äusserst praktisch.
  5. Votronic Minus Distributor
    .. wie Plus Distributor. Jedoch für den Minuspol. Natürlich gibt es hier keine Sicherungen. (Die werden immer nur in den Plusleitungen eingebaut)
  6. Solarregler Votronic MPP 250
    Ich habe mir diesen Regler ausgesucht, da er perfekt zu meiner Anlage passt und auf einen technisch sehr hohen Niveau arbeitet. (siehe dazu auch Solaranlage im Wohnmobil)
  7.  Ladegerät von CTEK
    Auf das Ladegerät von CTEK bin ich eigentlich erst reichlich spät gestossen. Es ist ein hochwertiges Ladegerät, was schon tausendfach im Einsatz ist. Zugesagt hat mir vor allem der Preis. Da ich zwei Batterien benutze (eventl. sogar drei), habe ich das Ladegerät mit 7A Ladestrom genommen.  Verfügbar sind diese auch mit 5A oder 10A. Bis jetzt läuft das Ding wie gewünscht und wird kaum warm. Prima geklappt.

 

Die Verkabelung

 

Die Verkabelung der 12V-Baugruppen ist lange nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Masseband

Masseband von Minuspol zur Karosserie

Den Minusopol der Batterie verbindest du mit einem Masseband mit der Karosserie und mit einem flexiblen Kabel mit dem Eingang des Minus-Distributors.

 

12V-Anlage

Das blaue Kabel sollte eigentlich Rot sein. Es ist eine Plusleitung! Musst du dir jetzt einfach mal denken 😉 Wenn alles fertig ist, werden die einzelnen Kabel noch ordentlich verlegt und befestigt.

Der Pluspol der Batterie (das dicke rote Kabel) wird erst mit der Sicherung und von dort mit dem Eingang des Battery-Protectors verbunden. Von dort wird es dann zum Power-Distributor weitergeführt.

Ich habe dazu 10mm2 Kabel verwendet, Die von mir gewählten Komponenten haben Baugruppen-Anschlußklemmen die kein dickeres Kabel zulassen. Grundsätzlich solltest du hier lieber ein dickeres statt ein dünneres Kabel nehmen.

 

Batterie

Exide 12V 80Ah Gel-Batterie

Beachte :

 

Alle Kabelenden müssen mit Kabelschuhen und/oder passenden Adern-Endhülsen versehen werden!

Am Minus-Distrubutor kannst du nun alle Minusleitungen zu den Verbraucher-Stromkreisen anklemmen und am Power-Distributor klemmst du die abgehenden (roten) Plus-Adern zu den einzelnen 12V Stromkreisen an.

Auf meinem Bild ist erst ein Stromkreis angeschlossen.

Die Ladekabel des Ladegerätes schließt du direkt an den Polklemmen der Batterie an. Rot an den Plus- und Schwarz an den Minuspol.

Soweit war’s das auch schon.

Sei clever, bau clever 😉

 

Die Verkabelung der Solar-Anlage behandle ich hier:

Solaranlage im Wohnmobil einbauen

 

Weitere Beiträge zur Elektrik findest du in folgenden Artikeln:


Über Andreas

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7 Gedanken zu “Sitzbank mit Elektrik-Box – 230 Volt unterm Hintern

  • Stefan

    Hi, gibt es evtl. noch mehr Bilder von der 12V-Verkablerei…? Ich werde ein 210Wh-Modul aufs Dach schrauben mit einer 220Ah Batterie an Bord. Das 230V-Netz soll mir als „Notfall“ dienen. Ich habe allerdings von Strom keinen blassen Schimmer und trau mich noch immer nicht ran.

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Stefan,
      ich werde noch ein paar Bilder zur Verkabelung einstellen. Für meine Stammleser mache ich das doch gerne 😉

      Die 230V dienen bei mir ebenfalls als Rückfall-Ebene,
      wenn die Batterien und Solaranlage es nicht mehr schaffen.

      Wenn ich es zeitlich schaffe, gibt’s heute Abend noch ein paar Bilder zur Verkabelung!

      VG
      Andreas

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Stefan,
      ich habe dir ein paar Bilder und eine entsprechende Beschreibung im Beitrag zur Verfügung gestellt. Ich hoffe, das hilft dir weiter.
      VG
      Andreas

  • Peter Goralczyk

    Hallo Andreas,
    wirklich ein super Blog, den du da anbietest. Ich bin vollkommen begeistert!
    Eine Frage zum Votronic Plus Distributor?
    Reichen dir 6 Stromkreise in deinem Wagen aus?
    Ich nehme an die Beleuchtung z.B. läuft bei dir über einen Stromkreis?
    Oder ist der Distributor erweiterbar mit einem weiteren Votronic Plus Distributor?
    Vielen Dank für die Antworten schon mal vorab.
    Schöne Grüße
    Peter

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Peter,

      vielen Dank für dein Lob.

      Mir reichen die 6 Stromkreise aus.
      Falls du noch erweitern willst, ist das kein Problem.
      Du kannst im Prinzip so viele Plus Distributoren verbauen wie du willst (auch wenn das irgendwann natürlich keinen Sinn mehr macht)
      Überlege dir, wieviele Stromkreise du brauchst und verbaue entsprechend die Distributoren. Tu dir aber selbst einen Gefallen und plane nicht für jeden kleinen Verbraucher eine eigene Sicherung.

      Zur Zeit sind bei mir nur belegt:

      1 Sicherung für Licht
      1 Sicherung für Radio/Naviceiver (Gerät habe ich von der Fahrbatterie weggenommen und auf Aufbaubatterie geklemmt)
      1 Sicherung für USB-Ladeanschlüsse
      .. mal sehen, was noch so kommt. Wie du siehst ist da noch Luft.

      Viele Grüße
      Andreas

  • Michael

    Hallo Andreas,
    erst mal herzlichen Dank, dass Du uns an Deinen Arbeiten teilhaben läßt. Auch wenn man schon 2-3 Selbstbauten hinter sich hat ist es immer wieder interessant, wie andere die „Probleme“ angehen und lösen. An div. Stellen musste schmunzeln und dachte: „ja, kenn ich…“. Z.Zt. befinde ich mich in der „Eruierungsphase“ eines WoMo-Neubaus, u. A. auch abhängig von „Diesel-gate“ Meinungsmache bzw. den Antworten der Hersteller darauf.

    Zu Deiner 12V-Einrichtung hätte ich die Frage: hast Du keine Verbindung zur Starterbatterie/Lichtmaschine? Bei Fahrt werden dann alle Batterien aufgeladen, ein kleines Relais trennt bei „Motor aus“ die Starter-Batterie vom Netz, sodaß sie nicht mit entladen wird. Wenn Du doch eine Verbindung geschaffen hast würde mich interessieren, wie bzw. wo Du die Leitung vom Motorraum in den Innenraum geführt hast. Die Zeiten, wo es unter dem Armaturenbrett leer war, sind (leider) vorbei.

    VG Michael

    • Andreas Beitragsautor

      Hallo Michael,

      ich habe bis jetzt ganz bewusst darauf verzichtet, die beiden Batterien zu verbinden. Meine Batterien haben sich bis jetzt immer ausreichend über die Solaranlage aufgeladen oder ich stehe wo ich Landstrom habe.
      Kann sein, dass ich mir im Herbst oder Winter nochmal Gedanken machen muss, wenn der Solarstrom wohl nicht mehr ausreicht.
      Aber im Moment habe ich noch keinen Bedarf dafür.

      VG
      Andreas