SAT-Anlage im Wohnmobil

(Teil 1 - Grundlagen)

Voll auf Empfang mit der passenden Antenne

Viele von uns, die mit dem Reisemobil oder Caravan unterwegs sind, wollen auch im Urlaub nicht auf den Fernseher verzichten. Wenn Du unterwegs keinesfalls den Anschluss an deine Lieblingsserie verpassen möchtest, mit deinem Verein mitfiebern oder auch nur regelmäßig die Nachrichten sehen willst, wirst Du dich irgendwann mit dem Thema Satelliten-Technik auseinandersetzen müssen.

Bei den Empfangsanlagen für den mobilen Bereich setzen die Hersteller auf unterschiedliche Antennenformen:

  • Offset-Spiegel 
  • Flachantennen und 
  • Cassegrein-Systeme

Jedes System hat seine Vor- und Nachteile, prinzipiell entscheidet aber immer die Größe der Antenne, wie weit der Empfangsbereich reicht und wie viele Reserven eine Antenne bei schlechten Wetterbedingungen, die das Satellitensignal negativ beeinflussen, noch hat.

Parabolantenne

Der Parabol- oder Offsetspiegel ist wohl der bekannteste Antennentyp, denn dieser sitzt auch auf den meisten Hausdächern. Die Parabolantenne besteht eigentlich aus zwei Teilen, dem Spiegel, der die Signale vom Satelliten aufhängt und bündelt, sowie der eigentlichen Empfangseinheit, dem so genannten LNB (Low Noise Blog Converter). Die Empfangsenergie wächst dabei mit der Fläche des Spiegels. 

Quelle: Amazon.de

Eine 85 cm große Antenne liefert zum Beispiel die doppelte Signalstärke wie eine mit 60 cm Durchmesser.

Nachteile bei dieser Antennenform ergeben sich, durch den großen Schwenkbereich sowie den hören Platzbedarf, den die große Schüssel im geschlossenen Zustand auf dem Dach beansprucht. Außerdem sind die Antennen durch die große Fläche windanfällig, was bei starken Wind zu Geräuschen und auch schon mal zu kurzzeitigen Bild und Tonausfall führen kann.


Flachantenne

Die Flachantenne für das Wohnmobil ist eine Antenne, mit gerichteter Strahlungscharakteristik, welche nicht wie bei Parabolantennen durch Fokussierung, sondern durch Überlagerung einer Vielzahl einzelner in einer Ebene als Gruppe angeordneter Mini-Antennen erreicht wird.

Der Vorteil dieser Antennen liegt in ihrer flachen Bauweise. Sie tragen am wenigsten auf und zeichnen sich noch dazu durch einen kleinen Schwenkradius aus.

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Der Nachteil ist, dass sie nur bis zu einer begrenzten Größe für den mobilen Bereich produziert werden, also auch vom Empfangsbereich eingeschränkt sind. Eine Flachantenne wird übrigens auch im Empfangsbetrieb nie so steil stehen wie einen Offset Spiegel, was bei Schnee zu Problemen führen kann.


Cassegrain-Antenne

Sie ist eine Sonderbauform des Spiegelteleskops, dessen Funktionsprinzip auch bei Satelliten-Empfangsanlagen genutzt werden kann.

Bei der Cassegrain-Antenne treffen die vom Satelliten kommenden Signale auf den konkav geformten Primär-Spiegel, werden reflektiert und dann vom konvex geformten Sekundärspiegel gebündelt auf die Empfangseinheit LNB im Brennpunkt des geleitet. 

Durch diese besondere Bauform kann auf einen LNB-Ausleger verzichtet werden, was die Anlagen sehr kompakt macht. Dank der geschlossenen Bauform sind alle Empfangselemente, so wie auch bei der Flachantenne, stets optimal geschützt.

Quelle. Amazon.de

Nachteile:
Die Antennen benötigen in der Höhe mehr Platz als Flachantennen und werden zu dem für den mobilen Bereich nicht mit einem großen Spiegeldurchmesser hergestellt.


Die Antennengröße

Die Empfangsleistung einer Satellitenantenne steht in direkt im Verhältnis zur Größe des Antennenspiegels. Die Empfangsleistung nimmt mit der Größe des Spiegels zu. Der Kern der Abstrahlzone der Satelliten ist auf Mittel Europa ausgerichtet.

Wer also in Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern unterwegs ist, wird mit einer 65 cm Schüssel, einer Flachantenne oder einem Cassegrain-System immer guten Empfang haben.

Je weiter aber die Reiseziele an die Grenzen Europas heranreichen, umso leistungsstärker sollte die Sat-Anlage sein. 

In diesem Fall solltest du dich lieber gleich für einen 75 cm oder 85 cm Spiegel entscheiden. 

Je größer, desto besser.

Dann bleiben auch noch Reserve für schlechte Wetterbedingungen wie Nebel, Regen und Schneefall.


LNB: Köpfchen ist wichtig

Der Spiegel funktioniert lediglich als Reflektor. Diese Reflektor ist im Grunde genommen nichts weiter als eine blöde Blechschüssel, die die Satellitensignale gebündelt reflektiert.

Diese Reflektionen treffen dann auf den LNB.

Der LNB ist die eigentliche Empfangseinheit der Anlage. Er besteht aus einem metallischen Zylinder oder Konus mit genau zum Empfangsfrequenzbereich passenden Abmessungen. Der Konus hat gleichzeitig eine Filterfunktion gegen Fremdeinstrahlung.

Das zum Parabol-Spiegel zeigende Ende ist für elektromagnetische Wellen offen und lässt die magnetischen Wellen eintreten. Hinter dieser Öffnung befindet sich ein Kistchen mit der eigentlichen Empfangseinheit dem LNB (Low Noise Blog-Converter) der die Hochfrequenz Funksignale möglichst störungsfrei in elektrische Signale umwandelnd. Diese werden dann über ein Kabel zum Satelliten Receiver weitergeleitet.

LNB

Quelle: Völkner.de


Man unterscheidet den Single- oder Einzel-LNB und den Twin-LNB.

Dieser hat zwei unabhängige Ausgänge. Mit ihm können somit zwei Receiver angeschlossen werden.


Ohne die richtige Einstellung geht nichts

Betrachtet man die riesige Ausleuchtungszone eines Satelliten auf der Erdoberfläche, wird verständlich, dass die Signalleistungsdichte am Boden nur sehr gering sein kann. Damit sich das Nutzsignal aus dem Grundrauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung überhaupt herausfiltern lässt, werden Spiegel verwendet, die bei korrekte Ausrichtung auf den geostationären Satelliten ausreichend viel Nutzsignal und nur wenig Störungen auf die eigentliche Empfangseinheit bündeln. Ist die Antenne jedoch nicht ganz präzise auf den Satelliten ausgerichtet, ist sehr schnell kein Empfang mehr möglich. Für das exakte ausrichten der Antenne werden für den mobilen Bereich zwei Möglichkeiten angeboten:
manuell oder vollautomatisch auf Knopfdruck.

Azimut oder Elevation, was ist das denn?

Hinter diesen beiden etwas fremdartig klingenden Begriffen steckt ein einfaches Prinzip.

Dieses einfache Prinzip kann einen in der Praxis allerdings in den Wahnsinn treiben.

Um die Antenne exakt auf den Satelliten ausrichten zu können, muss sie sowohl vertikal als auch horizontal genau justiert werden. Elevation nennt man den Winkel, um den der Satellit über dem Horizont steht, um den also die Antenne nach oben geschwenkt werden muss.

Der Winkel, um den die Schüssel nach Süden (abweichend nach Ost oder West) drehen muss,
heist Azimut. 

Beide Winkel werden in Grad angegeben.

Kennt man die entsprechenden Werte, ist es im Prinzip ganz einfach:
für die Elevation wird die Antenne um den entsprechenden Winkel aus der Waagerechten nach oben geschwenkt und für den Azimut von Süden ausgehend um den entsprechenden Winkel nach Ost oder West verdreht. 

Leider weichen die Winkel je nach Standort leicht von den angegebenen Werten ab und die präzise Ausrichtung erfordert einiges an Fingerspitzengefühl.

Wie so oft hilft uns hier die moderne Technik.

In vielen Satelliten-Receivern sind bereits Anzeigen integriert, die einem zeigen, wann die Satellitenschüssel korrekt ausgerichtet ist. Neben dieser integrierten Möglichkeit, gibt es diverse kleine Messgeräte, die man beim Ausrichten der Antenne benutzen kann um zu sehen, wann man das Satellitensignal exakt erwischt hat und man einen maximalen Signalpegel erreicht hat.

Ist dies der Fall, steht einem gemütlichen Fernsehabend nichts mehr im Wege.

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Manuell oder doch lieber automatisch

Wer schon einmal Probleme beim Ausrichten seiner Antenne hatte, der weiß, wie nervig das sein kann. Da das digitale Bild zeitverzögert (2-4 Sekunden) auf dem Bildschirm erscheint, ist das Ausrichten der Antenne nach Sicht eigentlich nicht mehr möglich.

Nun ist man mit dem Freizeitfahrzeug ja vor allem eines: mobil!

Das bedeutet, dass die Satellitenanlage nach jedem Standortwechsel neu ausrichtet werden muss. Da brauchst du wirklich Nerven.

Eine grundsätzliche Frage, die du dir vor der Anschaffung einer Satellitenanlage also stellen musst lautet: wie oft wechsele ich den Standort auf meinen Reisen?

Wechselst du oft deinen Standort, und da gehe ich jetzt mal davon aus, dann solltest du dir lieber gleich ein voll automatisches System aussuchen.

Ein manuelles System, also eine Satellitenantenne ohne technische Hilfsmittel von Hand auszurichten ist nur mit einem guten Sat-Finder* möglich. Billiggeräte aus dem Baumarkt helfen hier meistens nicht weiter und können höchstens an als Anhaltspunkt bei einmalig auszurichtenden, fest installierten Anlagen dienen. Manuelle oder halb automatische Sat-Anlagen aus dem Camping Zubehörhandel sind zumindest bereits mit einer leistungsfähigen Suchfunktion ausgestattet.


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Voll automatische Anlagen wirken auf den ersten Blick zwar teuer, nehmen aber selbstständig alle Funktionen vor, die zu einem optimalen Empfang führen. Nach dem das Fahrzeug abgestellt ist, drückst du einfach nur auf einen Knopf und kannst dich gemütlich zurück lehnen und warten, dass die Antenne sich ganz von alleine ausgerichtet hat und ein gestochen scharfes Bild auf deinem Fernseher erscheint. Hoffentlich 🙂

Diese voll automatische Funktion ändert natürlich nichts daran das du eine quasi optische freie Sicht zum Himmel, also zu den Satelliten, brauchst.

Ohne eine gute und freie Sicht zum Himmel, ohne Störfaktoren, wirst du auch mit der automatischen Anlage keinen Spaß haben.


Flexibel aufgestellt

Den fest montierten Antennen meist auf dem Dach deines Fahrzeuges, gibt es natürlich auch noch andere Lösungen. Weitere Möglichkeit ist eine transportable Satellitenantenne, welche einfach neben dem Fahrzeug aufgestellt wird.

Solche Lösungen haben den Vorteil, dass sie unabhängig vom Fahrzeug aufgestellt werden können. So parkt das Wohnmobil im Schatten, während die Antenne die benötigte freie Sicht in Richtung Süden zum Satelliten hat. 

Portable Satellitenanlagen gibt es in ganz einfache Ausführung mit Antennenmast beziehungsweise Dreibein.

Viele von uns, die zu einem Stellplatz fahren und dort für längere Zeit bleiben, entscheiden sich für diese meist sehr kostengünstigen manuellen Antennen. Nach der Ankunft richtet man die Antenne einmalig manuell auf den Satelliten aus und fertig.

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Mit einem hochwertigen Sat-Finder ist das in relativ kurzer Zeit erledigt. Wer den Vorteil einer tragbaren Anlage nutzen, aber nicht lange nach dem Satelliten suchen möchte, wählt eine voll automatische Lösung.

Bei diesen Anlagen wird die Empfangsanlage an eine Stelle mit freier Sicht in Richtung Süden gestellt, per Kabel mit dem Steuergerät im Fahrzeug verbunden und dann auf den Suchknopf gedrückt.

Innerhalb kürzester Zeit findet die Anlage die optimale Empfangsposition.

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Höherwertige voll automatische Anlagen sind witterungsbeständig und auch gegen Diebstahl gesichert. Eine solche Anlage ist bestimmt ein guter Kompromiss für alle, die auf Komfort nicht verzichten wollen, aber keine fest installierte Anlage wünschen. Ein weiterer Vorteil ist natürlich auch, dass eine tragbare Anlage während der Fahrt vor Außeneinflüssen geschützt im Staufach mit reist..

In diesem ersten Teil zu den Sat-Anlagen, habe ich dir die wesentlichen Merkmale der verschiedenen Antenne aufgezeigt.

Hier geht's zu Teil 2 :
Welche Sat-Anlage im Wohnmobil?

Wenn Du schon Erfahrungen mit Sat-Antennen im Wohnmobil gemacht hast, schreibe mir diese doch mal unten in die Kommentare.


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