Material für den Wohnmobil-Möbelbau

Welches Material für den Wohnmobil-Möbelbau

 

Immer wieder stellt sich mir die Frage, welches Material für den Wohnmobil-Möbelbau sinnvoll ist?

Material für den Wohnmobil-MöbelbauIch habe keine Ahnung, wieviele Internetseiten ich gelesen habe und wie oft ich im Bauhaus vor den verschiedenen Hölzern gestanden bin.

Letztendlich hat mich ein Mitglied der Facebook-Gruppe “Kastenwagen” an ein Holz erinnert, welches ich schon vor längerer Zeit selbst einmal gekauft hatte. Ich hatte aber schon wieder vergessen, wie positiv überrascht ich von diesem Material für den Wohnmobil-Möbelbau war.




Es gibt sehr unterschiedliche Hölzer für den Wohnmobil-Möbelbau. Einige davon sind durchaus sinnvoll und gerne angewandt. Dies führt allerdings auch dazu, dass überall das gleiche verbaut ist. Individuell und persönlich ist das nicht.

Daher bauen wir ja auch selbst aus 😉

Oft nicht zu gebrauchen

Viele der üblichen Kandidaten für den Möbelbau zu Hause, sind im Wohnmobil-Möbelbau unbrauchbar. Die besondere Belastung der Hölzer, in dem sich bewegenden Fahrzeug und die ständig wechselnde Luftfeuchte und Temperatur, lassen bestimmte Materialien ausscheiden.

Mein langer Weg zu Paulownia

Meinem Wunsch nach einen Naturholz folgend, habe ich mich für ein Material für den Wohnmobil-Möbelbau aus Paulownia-Leimholz entschieden. Das Holz des Blauglockenbaumes wächst in Zentral- und Ost-China. Es ist aus mehreren Gründen für uns ein äusserst interessantes Holz.

Warum habe ich mich nun für Paulownia entschieden

Paulownia ist ein Holz, was bei uns noch nicht sonderlich verbreitet ist.  Wen auch immer ich gefragt habe, niemand kannte es. Doch ist Paulownia eigentlich sehr interessant.

Es ist besonders leicht. Es wiegt nur 330 kg je fm und ist Formstabil. Klassifiziert ist es als Hartholz, mir persönlich kommt es jedoch eher weich vor. Interessant ist der hohe Flammpunkt von 420 ° C, was es sehr Feuerfest und schwer entflammbar macht.

Es hat einen guten Isolationsfaktor gegen niedrige Temperaturen und ist trotz sehr hoher Wachstumsraten recht stabil.

Verwendet wird das Holz im Boots- und Flugzeugbau. Auch Möbel und sogar Surfbretter werden daraus gefertigt. Wegen seiner guten Klangeigenschaften baut man in Japan auch Musikinstrumente daraus.

Bei so vielen guten Eigenschaften, sollte es doch eigentlich gut genug sein für den Wohnmobil-Möbelbau.

Das Holz lässt sich bis jetzt gut verarbeiten. Beim Verschrauben fällt mir auf, dass das Holz sehr weich ist und die Schrauben sich leicht hineinziehen. Um die nötige Verbindungsfestigkeit zu erhalten, habe ich zusätzlich immer noch alles verleimt. Das sollte halten.

Um die Oberflächen besser zu schützen, werde ich das Holz noch mit Osmo Hartwachs-Öl behandeln. Das sieht sehr gut aus und ich bewahre trotzdem meinen gewünschten Naturholz-Look.

Zu beachten ist, dass Leimholz wenn es behandelt wird, immer von beiden Seiten gestrichen wird. Es verzieht sich sonst gerne.

Gefährdete Ecken und Kanten habe ich mit einem Alu-Eckprofil geschützt.

Das sieht auf dem hellen Paulownia-Holz sehr ordentlich aus und vermittelt auch einen recht modernen Eindruck.

Paulownia gefällt mir von seiner Maserung sehr gut. Etwas Bedenken hatte ich was die Festigkeit bei höherer Luftfeuchte angeht. Das ist aber mehr so ein Gefühl.


Ich werde damit ausbauen

Ich werde das Holz benutzen, um meine Möbel zu bauen und abwarten, ob es alle Versprechen des Anbieters einhält. Wäre schon toll. Man kann mit diesem Holz aufgrund seines geringen Gewichtes so richtig fett Gewicht einsparen. Das Holz ist erhältlich in allen gut sortierten Baumärkten in unterschiedlichen Abmessungen. Es ist etwas teurer als andere Leimhölzer, aber noch erträglich.

Wenn sich meine Erwartungen erfüllen, ist es das ideale Holz für den Selbstausbauer.

Ob es letztendlich empfehlenswert ist Paulownia zu benutzen, kann ich zur Zeit  selbst noch nicht sagen. Ich bin guter Dinge und werde berichten.

Einzelne Ausbauer haben Paulownia bereits eingesetzt und berichten Gutes:

Zitat:

Andreas, Du kannst das bedenkenlos verwenden, ich fahre unseren Camper jetzt seit 2. 1/2. Jahren, da quietscht und knarzt nichts; ich habe die Möbel verschraubt und teilweise auch nur mit Montagekleber verklebt; von aussen alles mit Leinöl behandelt, riecht gut, sieht gut aus und lässt sich gut reinigen, vor allem ist die Gewichtsersparnis enorm, da kann immer eine Flasche Vin Rouge mehr mit

Oberflächenbehandlung

osmo-hartwachs-oel

Osmo-Hartwachs-Öl*

Zur Oberflächenbehandlung hat mir der Fertigungsleiter eines bekannten Reisemobil-Herstellers persönlich zu Hartwachs von Osmo oder Zweihorn geraten. Nachdem ich diesen Tipp nun bereits öfter erhalten habe, werde ich meine Möbel so behandeln. Ich habe ein gutes Gefühl dabei und glaube, dass ich da gut beraten bin.

Der Fachmann schreibt:

Zitat: „ … Hartwachs von Osmo oder Zweihorn, es gibt nichts besseres. Man kann es immer wieder mit einem Ölgetränkten Lappen abwischen und es sieht auch nach Jahren wie neu aus. Lack ist viel zu anfällig für jede Form von Wasser und dann viel zu schwer zu reparieren. Hartwachs wird unter anderem auch für Treppen verwendet und ist sehr leicht zu verarbeiten.”

Weiterhin schreibt er:

“Aber Vorsicht, niemals einen nassen Lappen zusammenknüllen und wegwerfen, es besteht Selbstentzündungsgefahr. Den Lappen immer ausgebreitet trocknen lassen und dann entsorgen.”

Welches Material für den Wohnmobil-Möbelbau gibt es noch?

Ein Holz welches man beim Ausbau eines Kastenwagen benutzt, muss so einigen Belastungen standhalten. Die Anforderungen an die Möbel im Wohnmobil sind andere, als an Möbel, welche man in der Wohnung aufstellt.

Im Kastenwagen-Wohnmobil gibt es während der Fahrt fortwährend Erschütterungen und Verwindungen, die vom Holz und den Verbindungen der Möbel aufgefangen werden müssen.

Trotz diesen hohen Anforderungen darf das Material aber auch nicht zu schwer sein. Ist das Holz schwer verliert man Nutzlast, die man später bei der Beladung dann vermisst.


Verleimte Pressspanplatten

sind beispielsweise als Material für den Wohnmobil-Möbelbau völlig ungeeignet. Durch den hohen Leimanteil sind diese Platten viel zu schwer.

Pressspanplatten sind aus einzelnen Holzspänen zusammen geleimt. Sie neigen daher dazu, dass Schraubverbindungen nur bedingt halten.

Die Belastungen im Fahrzeug führen dazu, dass sich die Schrauben in den einzelnen Holzspänen leicht lösen, da das Holz im Bereich der Schrauben porös wird und die Schrauben auf Dauer nicht den gewünschten Halt finden.

Dies führt nicht nur zu Quietschen und Knarren, sondern kann auch gefährlich werden. Wenn bei einem plötzlichen Bremsmanöver einzelne Möbelteile durch das Fahrzeug fliegen, dann ist das nicht lustig.

Ich selbst habe diese Platten nur als Bodenplatten verlegt und sonst nirgendwo eingesetzt.


Sperrholz,

kennt jeder. Aber taugt das auch was?

Sperrholzplatten eignen sich aufgrund ihres Aufbaus eigentlich ganz gut als Material für den Wohnmobil-Möbelbau. Speziell in den Schränken lassen sich damit leicht die Einlegeböden herstellen.

Im Gegensatz zu den Pressspanplatten, besteht Sperrholz nicht aus einzelnen Holzspänen. Meist sind mindestens drei dünne Platten gekreuzt miteinander verleimt. Dies ergibt eine hohe Festigkeit und die Platten verziehen sich in der Regel nicht.

Mittlerweile erhält man Sperrholzplatten auch mit unterschiedlichen Furnieren, so dass man seinen Kastenwagen also auch ganz gut mit Sperrholz ausbauen kann.


Tischlerplatten

Tischlerplatten sind ähnlich aufgebaut wie Sperrholzplatten. Allerdings ist die mittlere Schicht anders angelegt. Hier werden einzelne Stäbchen aneinander gereiht und ergeben somit eine noch bessere Festigkeit als die einer Sperrholzplatte.

Tischlerplatten sind unempfindlich gegen Verwindungen durch die Bewegungen im Fahrzeug.


Was wird in der Regel von den Wohnmobil-Herstellern verbaut:

 

Die gängigsten Materialien für den Wohnmobil-Möbelbau sind Pappel-Sperrholzplatten.

Pappel-Sperrholz ist ein sehr leichter Werkstoff und die Verleimung der Platten macht sie sehr stabil.

Mit Pappel-Sperrholz erkauft man sich gleich zwei Vorteile:

Es ist leicht und verwindungsfest und somit sehr gut für unsere Zwecke geeignet.

Ursprünglich wollte ich auch gerne mit Pappel-Sperrholz ausbauen. Es gibt die Platten auch mit den unterschiedlichsten Furnieren – aber nicht im regulären Holzhandel.

Dort erhält man eigentlich immer nur unfurnierte Platten, was mir zwar unbegreiflich ist, aber anscheinend wird  furniertes Holz nicht so oft verlangt.

Die von uns benötigten Platten erhält man fast ausschließlich bei den professionellen Ausbau-Anbietern. So bietet Reimo beispielsweise ein gutes Sortiment an. Dort erhält man auch zugehörige Leisten und Verbinder. Man kann sich mit diesem Programm sehr leicht professionell aussehende Möbel selber bauen – auch ohne eine eigene Schreinerwerkstatt zu Hause.

Nachteil: 

Die Firmen verlangen für furnierte Pappel-Sperrholzplatten einen recht stolzen Preis.

Dies und mein Wunsch nach einem Echtholz-Ausbau haben mich dann letztlich zu dem o.g. Paulownia geführt.


Wie sieht es aber nun mit einer Kunstoff-Beschichtung aus?

Das ist schnell geklärt.
Kunststoffbeschichtete Platten sind pflegeleicht, sehen gepflegt und sauber aus und halten viele Jahre. Wem kunststoffbeschichtete Platten zusagen, der kann diese also ruhig verwenden. Vorausgesetzt man beachtet die oben erwähnten Kriterien.

Pappel-Sperrholzplatten erhält man nicht nur mit diversen Holzfurnieren sondern auch Kunststoffbeschichtet. Einem Ausbau damit steht also nichts entgegen.


Ein Aufbau aus Massivholz

Auch das ist möglich. Man muss aber bedenken, dass ein Ausbau aus Massivholz sehr teuer werden kann und das Holz in der Regel auch sehr schwer ist. Oft wird aus sicherheitstechnischer Sicht davon abgeraten, da das Holz bei einem Unfall zersplittert und so erhebliche Verletzungen herbeiführen kann. Allerdings gibt es zu diesem Material für den Wohnmobil-Möbelbau sehr unterschiedliche Meinungen.

Grundsätzlich ist es aber möglich. Allerdings sollte man verschiedene Techniken der Holzverarbeitung kennen, wenn man einen Massivholzausbau selbst umsetzen will.

Dennoch möchten einige Kastenwagenbesitzer ihren Kasten mit Massivholz ausbauen – beziehungsweise auch ausbauen lassen. So findet man im Internet verschiedene Anbieter, welche genau solche Massivholz-Ausbauten anbieten.



Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, einen Kastenwagen zum Wohnmobil auszubauen und ich denke, da ist wirklich für jeden das richtige Material für den Wohnmobil-Möbelbau dabei. Eine endgültige Empfehlung kann ich nicht geben. Das hängt wie immer von den Vorlieben des Einzelnen ab.


Wer gerne Pläne macht und visualisiert

Pläne machen und zu Papier bringen macht Spaß. Jaja, kostet auch Zeit. Aber diese Zeit spart man beim Bau dann locker wieder ein. Denn wie mein Opa schon sagte:” Gut geplant is halb geschafft”. 😉

Doch soll man seine Pläne jetzt von Hand zeichnen? Ist nicht jedermanns Sache.

Ein cooles und dazu auch noch ein kostenloses Tool hilft dir beim Planen ungemein. Wenn gewollt sogar in 3D und dazu auch noch kostenlos.

Sketch Up ist eine Designsoftware mit der man recht einfach seine Pläne in die Praxis umsetzen kann.

Falls Du dich dafür interessierst, hier kannst du es downloaden. Es ist verfügbar für Mac und Windows.

Bei HolzWerken auf Youtube habe ich eine schöne  erste Einführung für dich gefunden:

 

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Überblick vermitteln, über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten in Sachen Material für den Wohnmobil-Möbelbau.

 

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