Hartwachs-Öl richtig verarbeiten

Hartwachs-Öl richtig verarbeiten

 

Wie du deine Natur-Möbel schützen kannst und auf was du dabei achten musst.

Hartwachs-Öl richtig verarbeiten

Hartwachs-Öl richtig verarbeitenIch muss gestehen, ich wußte Anfangs nicht so recht wie ich meine selbstgebauten Möbel und die sonstigen Holzausbauten am besten schützen sollte. Wer kennt sich schon mit den ganzen Holzschutzmitteln und Lacken aus, wenn man nicht gerade beruflich damit zu tun hat. Und mit dem Thema Hartwachs-Öl richtig verarbeiten hatte ich mich noch nicht wirklich beschäftigt. Daher habe ich mich da umfassend schlau gemacht.

Ich habe mich dann in verschiedenen Gruppen im Internet informiert und mir wurde immer wieder Hartwachs-Öl empfohlen. Auch ein Schreinermeister aus meinem Bekanntenkreis hat mir Hartwachs-Öl empfohlen. Damit war die Sache dann klar.




Was ist nun so toll an Hartwachs-Öl?

Speziell wenn man etwas auf die Umwelt sowie auf seine eigene Gesundheit achten will, ist Hartwachs-Öl eine echte Empfehlung. Du musst aber darauf achten, dass du Hartwachs-Öl richtig verarbeitest. Gerade Eltern möchten ihre Kinder ungern den heutigen Umweltbelastungen aussetzen und dann will man natürlich auch keine zusätzlichen chemischen Belastungen ins Wohnmobil “einbauen”. Ich bin zwar diesbezüglich nicht übertrieben vorsichtig, aber ich habe natürlich auch lieber gesunde Luft in meinem Womo.

Das biologische Hartwachs-Öl bietet hier eine optimale Lösung.

Mit Hartwachs-Öl werden sogar Holztreppen und Holzböden behandelt. Wenn das Öl dieser Belastung standhält, sollte es doch unser Womo locker schaffen.

Was genau ist Hartwachsöl?

Hartwachs-Öl besteht aus pflanzlichen Ölen und Harzen. Zusätzlich sind Bindemittel enthalten, sowie einige wenige Hilfstoffe. Das Wachs ist meistens Carnaubawachs. Dieses Wachs entstammt der Carnaubapalme, welche in Brasilien wächst.

Auch für Allergiker bietet sich die Verwendung von Hartwachs-Öl an. Das Wachs ist frei von Duftstoffen und gilt gesundheitlich als unbedenklich.

Interessant ist, dass das Carnaubawachs als das härteste Wachs bekannt geworden ist, daher findet es auch immer wieder seine Anwendung bei der Versiegelung von Fußböden. Sein Schmelzpunkt liegt bei etwas über 80° Grad, somit bleibt es auch im Sommer und bei Sonneneinstrahlung hart und stabil.

Meist wird ein chinesisches Öl, das Tungöl, als Bindemittel eingesetzt. Zugesetzt wird noch Leinöl (Flachspflanze) und modifiziertes Kolophonium (das ist das Harz verschiedener Nadelbäumen). Als Lösungsmittel wird häufig Orangenöl verwendet.

Blei oder Barium kommen im Gegensatz zu vielen anderen Ölen, nicht zur Anwendung. Das biologische Hartwachs-Öl besteht also rundum aus unbedenklichen Naturstoffen.

Eigenschaften von Hartwachs-Öl

 

Hartwachs-Öl richtig verarbeiten

Selbst Holzböden werden mit Hartwachs-Öl behandelt und halten den Belastungen gut stand

Das Hartwachs-Öl ist farblos und sehr sparsam im Verbrauch. Man benötigt etwa 0,5 Liter je 10qm in Abhängigkeit von der Beschaffenheit des Untergrundes. Es kann als natürlicher Schutz für alle Holzoberflächen im Innenbereich verwendet werden. Ob unbehandelte Holzarbeitsplatte, wie bei meiner Küchenarbeitsplatte, Holzdielen oder auch Parkettböden.

Auch bei atmungsaktiven Materialien aus Holz oder Kork kann es gut angewendet werden, weil es auch hier einen guten Schutz bietet.

Hartwachs-Öl richtig verarbeiten

Vor der Verarbeitung von Hartwachs-Öl sollte man darauf achten, dass die zu behandelnden Oberflächen trocken und staubfrei sind. Wenn das Holz noch rau ist, sollte es vorher entsprechend behandelt, also geschliffen werden.

Bei Tropenhölzern kann man vor der eigentlichen Behandlung an einem Reststück einen kleinen Test machen, wie sich das Wachs zusammen mit dem Holz verhält. Tropenhölzer enthalten oft unterschiedlichste Inhaltsstoffe und es kann sein, dass sich das Hartwachs nicht mit diesen Inhaltsstoffen verträgt.

Willst du das Hartwachs-Öl richtig verarbeiten solltest du beachten, das mindestens eine Raumtemperatur von 12°Grad vorhanden ist. Das Öl ist sonst zu zäh und entspricht nicht den gewünschten Eigenschaften. Tropische Hölzer und stark harzhaltige Hölzer sollte man vor der Behandlung mit Verdünnung abreiben. Stark saugende Hölzer werden besser mehrmals mit dem Öl behandelt.

Du kannst das Hartwachs-Öl mit beliebigen Werkzeugen auftragen. Gut geeignet sind Pinsel, Bürsten, Abzieher usw. Achten musst du allerdings darauf, dass das Öl dünn und gleichmäßig aufgetragen wird.

 

Muss ich das Hartwachs-Öl verdünnen?

Das Öl wird schon in der richtigen Konsistenz geliefert und kann direkt aus der Dose verarbeitet werden. Wichtig nach dem Auftragen ist, dass du das Öl richtig gut trocknen lässt. Erst dann sollte der nächste Auftrag oder das Polieren erfolgen. Wenn du das Öl gerne etwas flüssiger haben möchtest, kannst du es mit etwas Verdünnung verdünnen. Ich habe es bei mir so aufgetragen, wie es war. Eine Verdünnung war nicht nötig.

Bei rauhen Oberflächen kommt das Öl nach dem Trocknen noch nicht so wirklich zur Geltung. Hier solltest du mit einer Tellerschleifmaschine oder einer Poliermaschine entsprechend nachhelfen. Ein weißes Polierpad oder ein Schleifpapier mit einer 180er, besser noch einer 220er Körnung, hilft hier.

Zwischen den einzelnen Anstrichen musst du immer abwarten, bis das Öl richtig durchgetrocknet ist. Bei mir hat das teils schon mal einen ganzen Tag gedauert. Erst dann darf der nächste Anstrich erfolgen. Mehr als maximal 3 Anstriche waren bei mir nicht nötig.

Unbedingt richtig trocknen lassen

Die Trockenzeit beträgt bei 20° C und mittlerer Luftfeuchtigkeit rund 6 bis 8 Stunden. Vor einer Überarbeitung solltest du jedoch möglichst 12 Stunden warten. Wenn die Raumtemperatur eher kühl ist und eine hohe Luftfeuchtigkeit vorliegt, solltest du zusätzlich gut lüften. Unterlassenes Lüften fördert eine schnelle Trocknung und die Geruchsbelästigung ist auch nicht so stark.

 

Tolles Ergebnis und widerstandsfest ist es auch

Wenn die Oberflächen fertig behandelt sind und das Hartwachs-Öl ausgetrocknet, ist es sehr belastbar und widerstandsfest gegen alle möglichen Einflüsse von Aussen. Der Farbton des Holzes wird durch das Öl etwas belebt. Dies ist uns jedoch eher zuträglich, da der natürliche Holzton und die Maserung besser hervortreten und das Aussehen dadurch verbessert wird.

Hartwachs-Öl polieren

Sobald der letzte Anstrich richtig trocken ist und die Oberfläche noch nicht so ganz befriedigend ausschaut, sollte man noch einmal ordentlich polieren. Das wirkt sich oft ganz entscheidend auf ein gutes Aussehen aus.

Kleinere Schäden reparieren

Im Gegensatz zu lackierten Oberflächen, können mit Hartwachs behandelt Oberfläche ganz leicht wieder repariert werden. Man schleift dazu einfach die betroffene Stelle vorsichtig ab und streicht die Stelle wieder mit Öl ein. Sehr gut kann man diese Stellen auch mit einem Öl getränkten Lappen wieder aufpolieren.

Achtung – unbedingt beachten – Selbstentzündung !!

Mit Hartwachs-Öl getränkte Lappen nicht einfach liegen lassen, sondern ausbreiten und an trockener und sicherer Stelle trocknen lassen. Getränkte Lappen entzünden sich öfters von selbst!




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