Drehkonsole für Ducato-Sitze

Drehkonsole für Ducato Sitze

 

Von Anfang an war mein Grundriss darauf ausgelegt, das Fahrzeug mit drehbaren Vordersitzen auszurüsten.

Drehsitze haben den Vorteil, dass man sie in den Wohnbereich integrieren kann. Somit ergibt sich eine größere Wohnfläche im hinteren Teil des Fahrzeugs.




Durch die Möglichkeit den Fahrersitz und/oder den Beifahrersitz umdrehen zu können, kann man sich – bis auf eine Sitzbank, weitere Sitzgelegenheiten im Wohnbereich einsparen.

Der vorhandene Platz kann so optimal ausgenutzt werden und auch ein gemütliches Zusammensitzen wird dadurch erst möglich.

Es gibt, je nach Fahrzeugtyp, die unterschiedlichsten Drehkonsolen für den Ducato. Hier muss in Abhängigkeit von Fahrzeugtyp und Fahrzeugalter genau geprüft werden, welche Konsole verwendet werden kann.

Der Einbau - eine kurze Anleitung
Aussermittig drehend. Fahrerseite 0941. TÜV geprüft.

Ziehe den Zündschlüssel ab und trenne die Steckverbindung des Kabels für den Gurtsstraffer (am Gurtschloss) im Sitzkasten.

ACHTUNG: Du darfst den Zündschlüssel erst wieder einstecken, wenn alles fertig und das Kabel wieder verbunden ist. Es kann sonst zu Störungen im Airbag-System kommen kann.

Jetzt den Originalsitz mit seinen Gleitschienen vom Sitzuntergestell abschrauben (6 Schrauben) und entfernen.

Nun muss die Drehkonsole mit dem Griff seitlich nach vorne auf das Original-Sitzgestell aufgesetzt werden. Dazu die Oberplatte solange verdrehen,  bis die 6 Bohrlöcher zum Anschrauben an der Unterplatte sichtbar werden.

Schraube nun die Drehkonsole mit den beiliegenden 6 Inbus-Schrauben am Untergestell fest.

Nun den Sitz mit den Original-Gleitschienen wieder auf die Drehkonsole aufsetzen und anschließend das Kabel des Gurtstraffers durch die Zentralmutter führen. 

Der Stecker des Gurtstrafferkabels kann jetzt wieder zusammengesteckt werden. Den Sitz zunächst vorne und nach dem Verschieben der Gleitschienen hinten mit den beiliegenden 6 Inbusschrauben  handfest anschrauben.

Danach den Sitz mehrmals vor- und zurückschieben und anschließend alle Schrauben mit dem vorgegebenen Drehmoment (37 Nm bzw. gemäß der jeweiligen Einbauanleitung) festziehen.

Darauf muss man besonders achten

Es gibt große Unterschiede bei den einzelnen Drehkonsolen für den Ducato. Man lässt sich am besten bei einem guten Händler beraten, welche Konsole genommen werden kann.

Hier kommen dann auch Aspekte zum tragen, an die man erst gar nicht denkt. Nötige Adapter, andere Gleitschienen, eine möglicherweise nötige Tieferlegung der Handbremse usw. spielen hier eine Rolle.

Für den Fahrersitz und den Beifahrersitz gibt es teils unterschiedliche Drehkonsolen.  Besonders beachten sollte man dabei, ob die Konsolen mittig oder aussermittig drehen. Bei den mittig drehenden Konsolen verschiebt es den Sitz nicht seitlich.

Die aussermittig drehenden Konsolen sorgen hingegen dafür, dass der Sitz seitlich aus seiner Position versetzt wird beim Drehen. So kann man etwas mehr Raum gewinnen zur Fahrzeugwand bzw. der Tür.

Ich habe für mein Fahrzeug auf  beiden Seiten den aussermittig drehenden Sitz gewählt. Dem Fahrer gibt dies etwas mehr Raum zum Türrahmen und den Beifahrer dreht es auch etwas mehr in den Raum. Ich dachte, so kommt meine Frau später dann besser an den Tisch.

Die Sitze

Es ist ebenfalls wichtig zu beachten, welche Sitze sich in dem Fahrzeug befinden. Es ist nicht unerheblich, ob die Originalsitze, Relaxsitze, SportivSitze oder andere Typen vorhanden sind. Teils kann das Gurtschloss in seiner jetzigen Position nicht verbleiben und es muss eine Gurtpeitsche eingebaut werden, so dass das Gurtschloß dann auf einer flexiblen Verlängerung sitzt und damit weiter nach oben kommt. 

Auch die Position der Handbremse muss geprüft werden. Sitzt sie zu hoch, muss dies mit einem Tieferlegungssatz verändert werden.


Mein Einbau der Drehkonsole für den Ducato

Beim Einbau meiner Drehkonsole war dies alles nicht nötig. Ich habe lediglich die 6 Schrauben an den Gleitschienen gelöst und den Stecker von der Signalleitung des Gurtstraffers abgezogen. Dann habe ich den Sitz abgehoben, die Konsole aufgesetzt und angeschraubt.

Anschließend den Sitz auf die Konsole gesetzt und wie oben beschrieben festgeschraubt. Fertig.

Hätte ich dabei nicht meine Ratsche kaputt gemacht, wäre das alles nach einer halben Stunde erledigt gewesen. Ich habe die Ratsche als Hammer benutzt – selbst schuld. Dummheit wird meist umgehend bestraft. Da ich sowieso nur noch Einzelteile in meiner Werkzeugkiste hatte, habe ich mir mal einen neuen Ratschenkasten* gegönnt.

Jeder der ein paar Schrauben lösen kann, kann diese Konsole auch selbst einbauen. Es ging wirklich ganz einfach.

Das hat mich gestört

Was ich als nicht so toll empfunden habe, ist die Veränderung der Sitzhöhe. Ich hatte schon zu Beginn das Gefühl im Ducato verhältnismässig hoch zu sitzen.  Durch den Einbau der Konsole sind es jetzt noch 4 cm mehr.

Da ich zu kurze Beine abbekommen habe ;-), wird es schon langsam grenzwertig mit dem Pedalweg. Noch komme ich aber zurecht.

Die Kollegen haben bereits gelästert, dass man im Alter ja kleiner wird und dann könne ich das Auto eben nicht mehr fahren. Na, toll.

Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr.

Auch auf die Kopffreiheit muss geachtet werden. Dadurch, dass die Sitzhöhe nun noch höher ist, stößt man mit dem Kopf gerne schon mal an die Ablage im Führerhaus.

Ebenfalls gefällt es mir nicht, dass ich nicht mit einer einfachen Drehung den Sitz in den Wohnraum umdrehen kann, weil der Sitz beim Drehen am Lenkrad anstößt.

Ich muss den Sitz um die Hälfte des Weges drehen, dann die Sitzfläche komplett nach vorne schieben und dann kann ich den Rest der Drehung durchführen. Das ist nicht weiter schlimm und hier kommen mir meine kurzen Beine dann wieder zu Gute, es wird beim Vorschieben des Sitzes in Richtung Beifahrersitz nämlich ganz schön eng.

Gut, ich drehe mich ja auch nicht ständig um. Lediglich zum essen oder lesen am Tisch wird der Sitz gedreht und wenn man etwas länger steht, kann er ja auch in dieser Position verbleiben.

Finde ich nicht so toll, aber auf einen drehbaren Sitz wollte ich trotzdem nicht verzichten. Die vielen Vorteile einer Drehkonsole heben für mich dieses kleine Manko wieder auf.

Sitzhöhe verändern

Wer ernsthaft Probleme mit der Sitzhöhe hat, sollte sich erkundigen, ob es für sein Fahrzeug einen anderen Sockel für den Sitz gibt. Dieser gleicht die zusätzliche Höhe durch die Drehkonsole wieder aus und man sitzt in der gleichen Höhe, wie ohne Drehkonsole.

Ich habe erst einmal auf diesen Sockel verzichtet, um zu sehen, ob ich auch ohne zurecht komme. Der Sockel kostet genauso viel wie die Drehkonsole selbst und das wollte ich mir dann doch gerne ersparen.

Für den Ducato werden unterschiedlichste Konsolen angeboten, je nach Modelltyp. Daher kann ich hier nur ganz allgemein darüber berichten. Für meinen Ducato, Typ 250 Baujahr 2008, gibt es die o.g. Konsole und der Einbau ist völlig problemlos.

Ich habe mich hierzu bei der Fa. Reimo beraten lassen und die Konsole dann auch dort vor Ort gekauft. Wer sich selbst im Vorfeld informieren möchte, findet viele Informationen bei Reimo auf der Webseite und in deren Katalog. (Nein, ich erhalte keine Provision von Reimo)


2 Gedanken zu “Drehkonsole für Ducato-Sitze”

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