AGM Batterie richtig laden-wo ist das Problem

AGM Batterie laden

Auch wenn die relativ neuen LiFePo4-Batterien momentan in aller Munde sind, verwenden viele noch immer AGM oder GEL-Batterien.  Die LiFePo4-Batterien sind klasse, keine Frage – aber viele scheuen die zur Zeit noch hohen Anschaffungskosten.

Um die wertvollen AGM-Batterien richtig zu laden, ist es ratsam, dass du dich etwas mit den besonderen Anforderungen dieser Batterien befasst.

Bevor du diesen Beitrag liest, solltest du meinen Beitrag  ” Wohnmobilbatterien: AGM oder Gel? ”   gelesen haben.

AGM Batterie laden – aber richtig

Für AGM-Batterien benötigst du eine Ladespannung von 14,8 Volt. Eine Bleibatterie würde bei dieser Ladeschlussspannung schon heiße Ohren bekommen. Die Ladeschlussspannung für Nassbatterien liegt mit 14,4 Volt etwas niedriger.

Das hat aber auch den Vorteil dass AGM Batterie laden dadurch etwas schneller geht.

Die vorgegeben Ladeschlussspannungen darfst du nicht überschreiten, die Batterien werden von höheren Spannungen beschädigt.

Sicherstellen kannst du das, in dem du Ladegeräte verwendest, die genau für den vorhandnen Batterietyp gebaut sind. Die meisten Ladegeräte heutzutage sind allerdings einstellbar auf den richtigen Batterietyp.

Das Geheimnis einer korrekten und sicheren Ladung ist die Ladekennlinie.

Es ist immens wichtig, dass du beim AGM Batterie laden mit der richtigen Ladekennlinie lädst, diese ist für die korrekte Ladung und vor allem die Lebensdauer deiner Batterie entscheidend.

Ladekennlinien

Das IU-Ladeverfahren (CCCV)

Das IU-Ladeverfahren, (CCCV für constant current constant voltage) bezeichnet, kombiniert das Konstantstrom- mit dem Konstantspannungs-Ladeverfahren.

Beim AGM Batterie laden wird die Batterie mit einem konstanten Strom von dem Ladegerät versorgt. Dieser ist durch die Ladekennlinie des Ladegerätes begrenzt, um die Batterie zu schützen. Bei einem Konstantstrom-Ladeverfahren ist dies nicht der Fall und die Batterie bekommt einen zu hohen Ladestrom.

Das Ladegerät misst nun ständig die Strom und Spannungswerte während des Ladevorgangs und bei Erreichen der Ladeschlussspannung schaltet es automatisch vom Konstantstrom- zum Konstantspannungs-Ladeverfahren um.  Jetzt lädt das Gerät mit einer konstanten Spannung weiter.

Während dieser letzten Ladephase, sinkt der Ladestrom mehr und mehr ab. Ist der minimale Ladestrom erreicht, ist die Batterie geladen.

Zum Einsatz kommt dieses Ladeverfahren beim:

  • Bleiakkumulator
  • Lithium-Ionen-Akku
  • Lithium-Polymer-Akku
  • Nickel-Zink-Akkumulator

ladekennlinie_agm

Das IUoU-Ladeverfahren

 

Beim IUoU-Ladeverfahren arbeitet das Ladegerät genau wie beim IU-Verfahren. Jedoch schaltet dein Ladegerät bei dieser Kennlinie bei erreichen der Ladekennspannung auf Erhaltungsladung um.

Diese dient dazu einer Selbstentladung des Akkus entgegenzuwirken.

Da  die Selbstentladung stark von der Temperatur des Akkus abhängig ist, werden diese bei etwas besseren Ladegeräten meist Temperaturüberwacht.

Mit dieser Kennlinie werden primär Bleiakkumulatoren ( AGM und Gel) geladen.

Anleitung zum Umgang mit Batterien (GEL und AGM):   

Bei den Gel und AGM – Akkus (VRLA – Regulated Lead Acid – Batterien) wird im Verlauf der Ladung freiwerdender Sauerstoff durch ein Gel oder ein Glasvlies von der positiven Elektrode zur negativen Elektrode geleitet. Auf dem Weg von der positiven zur negativen Elektrode tritt dabei immer etwas Sauerstoff aus und gelangt in den sogenannten Gasraum.

Daher ist bei den VRLA-Batterien das Gehäuse als Druckbehälter ausgelegt. Diese geschieht, um den Sauerstoff im Gasraum, welcher dann ja unter Druck steht, am Austreten aus der Batterie zu hindern.

Bei unsachgemässer Ladung entsteht ausser dem Sauerstoff aber auch Wasserstoff.

Dieser wird über Sicherheitsventile aus der Batterie entlassen, was mit einem Wasserverlust in der Batterie einhergeht. Bei der Gelegenheit entweicht der im Gasraum befindliche Sauerstoff ebenfalls.

Bei richtiger Ladekennlinie entweicht kein Wasser aus der Batterie – die Batterien sind somit völlig Wartungsfrei.

Steht deine Batterie jetzt nur zur Lagerung herum, so befindet sich, genau wie bei der Energieentnahme, kein Sauerstoff im Gasraum und die Batterie weist im Innern einen Unterdruck auf.

In keinem Fall darfst du dann die Ventile öffne, da beim Eindringen von Sauerstoff in die Batterie eine Oxidation an den negativen Elektroden stattfindet. Diese zerstört deine Batterie!

Das musst du beachten:

 

Du darfst VRLA-Batterien niemals öffnen!

Öffnen führt zu nicht reparablen Schäden und bis hin zum Totalausfall deiner Batterie.

 

Einfluss der Umgebungstemperatur auf Gelbatterien:   

Batterie Ladung

Wie du bereits weiter oben erfahren hast, sollte die Ladespannung beim AGM Batterie laden den vorgegeben Wert nicht überschreiten. So entweicht dann auch kein Gas (Wasser) aus den Ventilen. Ganz besonders gilt es Wasserstoff an den negativen Elektroden zu vermeiden.

Ein dadurch bedingtes Austrocknen führt zu einer Verringerung der Gesamtlebensdauer deiner Batterie.  Die Gasung bei der Ladung ist aber auch Temperaturabhängig.

Bei einer Temperatur von 20° C sollten die 14,2 Volt Ladespannung nicht überschritten werden.

Etwas teurere Ladegeräte bieten daher eine Temperaturüberwachung für deine Batterie an. Hierbei wird ein Temperaturfühler an der Batterie befestigt und mit dem Ladegerät verbunden.


Gebrauchsdauer bei zyklischer Belastung  

Die typische Anzahl von Ladezyklen unterscheidet sich bei GEL und AGM-Batterien sowie bei den herkömmlichen Standar-Nass-Batterien recht deutlich.

GEL-Batterien haben eine deutlich längere Lebensdauer verglichen mit AGM oder gar den nassen Standardbatterien. Dies ist der Säureschichtung innerhalb der Batterien geschuldet.

Eine Säureschichtung tritt bei nassen CA-CA-BAtterien wie auch bei AGM-Batterien auf. Auch wenn die Säureschichtung bei den AGM’S weniger ausgeprägt ist.

Lediglich GEL-Akkus zeigen keine Säureschichtung.  Auch wenn es hier um die Ladung der AGM-Akkus geht, so finde ich einen kleinen Blick über den Tellerrand auch recht interessant. Du kannst somit einfach besser entscheiden, was bei einer Neuanschaffung von Batterien für dich die bessere Lösung ist.

 

Ladegeräte zur Aufladung von AGM-Batterien

Dein Ladegerät muss ein paar wenige Anforderungen erfüllen, damit du längere Zeit Spaß an deiner AGM -Batterie hast. Es muss den entstehenden Sauerstoff rekombinieren und die Entstehung des Wasserstoffes vermeiden.

Nur in diesem Fall tritt kein Gas aus. Das Sicherheitsventil hat Urlaub und bleibt zu.

Für dich geeignet ist ein Ladegerät, welches eine eigens für GEL- und/oder AGM-Batterien vorgesehene Ladekennline hat. Am besten hat das Ladegerät noch eine Temperaturerkennung. Somit wird das Ladeverhalten der Umgebungstemperatur der Batterie angepasst.

Besonders für in einem Wohnmobil, welches sich ja durchaus auch in wärmeren Gefilden herumtreibt, ist eine solche Temperaturführung sinnvoll.

Ist bei deinem Ladegerät die Referenztemperatur einstellbar, dann orientiere dich unbedingt an den Herstellerangaben. Solltest du keine Informationen darüber finden, so bist du mit 20°C auf der sicheren Seite.

Ladegeräte ohne eine Temperaturerkennung sind jedoch für gemässigte Temperaturzonen ebenfalls ausreichend. 

Ich habe mich auch für eine Ladegerät entschieden, was keine Temperaturerkennung hat. Da ich wohl nur in Europa unterwegs sein werde, will ich mir die höheren Kosten eines Ladegerätes mit Temperaturerkennung einfach sparen.

  • Achte darauf, das dein Ladegeräte eine Ladekurve für AGM-Batterien hat! Das ist primär wichtiger.
  • Ladegeräte mit einer Konstantstrom-Ladekurve sind für deine AGM-Batterie völlig ungeeignet.

Welches Ladegerät 

Ich habe mich für GEL-Batterien entschieden, dennoch wollte ich ein Ladegerät, was möglichst alles kann. Und das für möglichst wenig Geld. Da kommt wieder meine Ausbildung zum Betriebswirt durch 🙂

Immer das Beste haben wollen und am liebsten nix dafür bezahlen.. aber wer will das nicht.

Auch wenn die Temperaturkontrolle eine tolle Sache ist, so habe ich diese hinten angestellt.

Mein Ladegerät muss:

  • nicht so groß sein, es muss unter die Sitzbank..
  • nicht zu teuer sein. Ein Grund warum ich selbst ausbaue, ist schließlich die Kostenersparnis
  • Qualitativ meinem Anspruch entsprechen
  • gute Bewertungen haben von Anwendern, die das Gerät schon länger benutzen
  • eine Ladekurve haben, die meinen Batterien entspricht
  • einfach zu bedienen sein – Ich mag komplizierte Geräte, die ich einfach anwenden kann

Durch einen Artikel in einer Wohnmobil-Zeitschrift bin ich auf die Ladegeräte von CTEK gestoßen.

Ladegeräte von CTEK werden tausendfach schon seit Jahren eingesetzt und haben sich offensichtlich bewährt.

Was mir sehr gut gefällt, ist die Einfachheit und die Kompaktheit dieser Geräte. Dennoch entsprechen sie in vollem Umfang meinen Anforderungen in Sachen Ladekennline sowie sonstigen kleinen Sonderausstattungen.

Ich möchte bei mir gerne zwei 80Ah-Batterien einbauen und habe mich daher für das Ladegerät CTEK MXS 7* entschieden. Toll ist auch, dass es zu diesen Ladegräten diverses Zubehör gibt. Wer möchte, bekommt spezielle Anschlusskabel, Gummitaschen – damit nichts zerkratzt usw.

Das beste ist jedoch der Preis. Hier erhält man ein vollwertiges und absolut hochwertig bewertetes (Amazon) Ladegerät zu einem Preis, den man auch ohne Schweißausbrüche gerne bezahlen will.

CTEK MXS 7.0 Ladegerät

 

 

 

 

 

 

 

Wenn du eine GEL-Batterie hast, kannst du dieses Ladegerät ebenso problemlos einsetzen. Das Gerät kann auf alle Batterietypen eingestellt und die richtige Ladekennlinie ausgewählt werden.

In diesem kleinen Video wird dir ausführlich erklärt, was mein Ladegerät so alles kann.
( Ich habe mir allerdings das Gerät mit 7Amp. angeschafft und fest eingebaut.)

 

 

Weitere Beiträge zum Thema Elektrik und Batterien im Wohnmobil-Kastenwagen:

 

 

Kostenloser Ratgeber & Newsletter:
“In 22-Schritten zum Kastenwagen-Wohnmobil”

Jetzt herunterladen!

Folgen

Über den Autor

Falls Du etwas mehr über mich erfahren möchtest, guckst du einfach hier. Ich freue mich sehr, wenn ich dir bei deinem Problem helfen konnte. Hinterlasse mir gerne einen Kommentar... Liebe Grüße Andreas

(6) Kommentare

Füge Deine Antwort hinzu